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Gefühls- und Erfahrungstheologie als methodologische Basis der Religionswissenschaft
Der Beitrag ist dem Thema der Kontinuität zwischen Gefühl- und Erfahrungstheologie und späterer Religionswissenschaft (vor allem, vergleichender Religionsgeschichte und Religionspsychologie) in der deutschsprachigen nachkantischen Denktradition gewidmet. Es handelt sich primär um die Verschiebungen auf dem Gebiet der Methodologie, die den problematischen Ansatz immer stärker von den theologischen zu den religionswissenschaftlichen Fragestellungen bewegen ließen. Die durch Kant präzisierte protestantische Aufmerksamkeit auf die religiöse Erlebensweise stimmte mit den im europäischen Denkraum immer mehr einflussreichen Wahrheitskriterien der Naturwissenschaften überein. Die Betrachtung der Erfahrung im diachronischen und gesellschaftlichen Kontext führte zur Religionswissenschaft (Müllers Theorie versuchte die Frage zu beantworten, wie vielfältig sich der Sinn des Unendlichen in den unterschiedlichen Glaubensweisen und Traditionen gesetzmäßig widerspiegeln kann). Die Betrachtung der Erfahrung im Kontext der Entfaltung der individuellen Erlebnisse fand jedoch in der Religionspsychologie ihren Ausdruck (Vorbrodt versuchte den psychologischen und sogar den biologischen Hintergrund der Religiosität detailliert darzustellen, wie auch zu rekonstruieren).