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Ein empirisch fundierter theologischer Exklusivismus: Zwei Fälle aus dem frühen 20. Jahrhundert
Dieser Beitrag ist zwei Sonderfällen aus der Geschichte der deutschen evangelischen Theologie gewidmet, die aufzeigen, wie der herkömmliche Exklusivismus im Forschungsprozess mit strengem Empirismus widerspruchsfrei einhergehen kann. Die historischen Umstände dafür formierten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So übernahm der konservativ eingestellte Missionar J. Warneck in seiner Untersuchung der autochthonen Religion der Batakvölker in Nordsumatra die möglichst exakten Methoden der neu erschienenen Religionsgeschichte. Die Dorpater Schule (K. Girgensohn und W. Gruehn) wiederum passte O. Külpes Methode des psychologischen Experimentierens an die Erforschung individueller Religiosität an – auch zu innertheologischen Zwecken. Eine solche paradoxale Einheit der Methoden und Standpunkte kann als ‘epistemologische Klinge’ bezeichnet werden, da eine solche Situation weder zu einem früheren, noch zu einem späteren Zeitpunkt möglich gewesen wäre. Während früher die die Methoden der streng empirischen Forschung noch nicht entwickelt waren, neigten die Religionswissenschaft treibenden Theologen später zu einer moderateren und vorsichtigeren Vorgehensweise. Die beiden in diesem Beitrag behandelten Sonderfälle zeigen, wie stark die Epistemologie der Forschung vom Zeitgeist abhängen kann. Folglich ist es heuristisch, dass sich theoretische Studien, die sich mit der Abgrenzung von Religionswissenschaft und Theologie befassen, nur von Fallstudien aus zu Verallgemeinerungen fortbewegen.