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Was ist es, das Russland zu verteidigen versucht?

Russland-Analysen. 2017. No. 330. P. 7-12.

Im Unterschied zu einer Konzentration auf die Ereignisse der letzten Jahre (seit 2014) im Zusammenhang mit der Angliederung der Krim und dem militärischen Konflikt in der Ostukraine soll in diesem Beitrag herausgestellt werden, dass die erheblichen Veränderungen, die es in der Innenpolitik Russlands gegeben hat (mit starkem Druck auf die politische Opposition, Staatspropaganda, scharfer antiwestlicher Rhetorik und dem Kampf gegen »ausländische Agenten«), bereits 2012 zu Tage traten. Geopolitische Ambitionen zur Revidierung der »globalen Ordnung« (die von den USA nach dem Zusammenbruch der UdSSR errichtet wurde) und eine stärkere Rolle Russlands bei der »globalen Regierung« sind von der Führung des Landes bereits noch früher eingefordert worden, nämlich mit Putins berühmter Münchener Rede von 2007. Diese Ambitionen stützten sich auf das robuste Wirtschaftswachstum Mitte der 2000er Jahre, das die herrschende russische Elite zu dem Standpunkt ermutigte, dass Russland mit seinen riesigen Energiereserven eine neue wirtschaftliche Supermacht darstellt. In diesem Beitrag wird aufgezeigt, dass das Konzept von einem »streitbaren Russland«1 im eigentlichen Sinne eher auf Mitte der 2000er Jahre zu beziehen ist. Nach 2008/09, der weltweiten Finanzkrise und insbesondere dem »Arabischen Frühling« und den politischen Massenprotesten in Moskau gegen die Wahlfälschungen im Dezember 2011 kann man von überwiegend »streitbaren« Versuchen der herrschenden russischen Elite sprechen, ihre Macht und ihre Vermögen zu verteidigen.